105 Jahre AWO in Bielefeld


Suppenküche – gemeinsam erinnern, gemeinsam handeln

Am 24. Novem­ber ver­anstal­tet der AWO Kreisver­band Biele­feld an über 30 Orten in ganz Biele­feld Sup­penküchen.
Eine Aktion, die bewusst an unsere Anfänge erin­nert – und gle­ichzeit­ig den Blick auf die Gegen­wart richtet.
Als die AWO vor über 100 Jahren in Biele­feld ihre erste Sup­penküche organ­isierte, war Armut eine Folge von Krieg, sozialer Ungle­ich­heit und poli­tis­chem Ver­sagen. Die Sup­penküche war damals ein Akt der Sol­i­dar­ität – aber auch ein poli­tis­ches State­ment: Not ist kein indi­vidu­elles Prob­lem, son­dern eine gesellschaftliche Auf­gabe.
Heute, mehr als ein Jahrhun­dert später, ste­hen wir erneut vor der Real­ität, dass Men­schen auf Sup­penküchen, Tafeln und Unter­stützungsange­bote angewiesen sind. Nicht, weil Geschichte sich wieder­holt, son­dern weil soziale Ungle­ich­heit bis heute poli­tisch nicht über­wun­den wurde. Wer heute Sup­penküchen braucht, ist nicht gescheit­ert – gescheit­ert sind Struk­turen, die soziale Sicher­heit nicht aus­re­ichend gewährleis­ten.
Mit der stadtweit­en Aktion am 24. Novem­ber macht die AWO sicht­bar, was oft ver­drängt wird:
Dass Armut kein Rand­phänomen ist.
Dass Sol­i­dar­ität organ­isiert wer­den muss.

Und dass soziale Gerechtigkeit immer auch eine poli­tis­che Frage ist. Die Sup­penküchen wer­den von Ein­rich­tun­gen, Ehre­namtlichen und Engagierten der AWO in den Quartieren gestal­tet. Sie sind Orte der Begeg­nung, des Aus­tauschs und der gemein­samen Hal­tung – gegen Aus­gren­zung, gegen soziale Kälte und für ein sol­i­darisches Miteinan­der. Die Aktion ste­ht damit für das, was die AWO seit über 100 Jahren aus­macht: Helfen, wo Hil­fe gebraucht wird – und gle­ichzeit­ig den Anspruch for­mulieren, dass es diese Hil­fe eigentlich nicht mehr geben dürfte.